Welche Social-Media-Plattform ist gut?

Geschrieben am 24. August 2021 von

Unter ‘Deine wichtigsten Social Media Plattformen beim Bloggen?’ auf Blog-als-Nebenjob.de veranstaltet der Blogger Ronny aktuell eine Blogparade, in der Blogger ihre Erfahrungen rund um Soziale Netzwerke teilen.

Für Ronny selbst ist Twitter mit Abstand die wichtigste Social Media Plattform. Und obwohl die Plattform bei weitem nicht zu den meist genutzten Netzwerken zählt, scheint sie dennoch für die Mehrheit der Teilnehmer sehr wichtig zu sein.

Interessante Hintergrundinfos im Zusammenhang mit dieser Blogparade sind der Artikel ‘Warum Du nicht alle social Media Plattformen nutzen musst’ auf Blog-als-Nebenjob.de und die darin erwähnten Artikel ‘Statistiken zur Social-Media-Nutzung in Deutschland’ auf Blog.HubSpot.de und ‘Liste “Die besten 17”: Die sozialen Netzwerke für 2021 und wie ihr sie nutzen könnt’ auf GruenderKueche.de. In Ronnys Artikel geht es um die Bekanntheit verschiedener Social Networks in Deutschland, um den Zeitaufwand zum Erstellen von Blogartikeln und dem Pflegen von Social-Network-Profilen sowie um Tools, die das Pflegen sozialer Profile vereinfachen.

Das Wichtigste aus den Artikeln und Studien

Insgesamt hat sich unwahrscheinlich viel Traffic auf soziale Netzwerke verlagert.

  • Zielgruppe
    Verschiedene Zielgruppen tummeln sich auf verschiedenen Netzwerken. Das ist wichtig, wenn man sich für ein soziales Netzwerk entscheidet.
  • Marketing
    Großunternehmen haben den Trend der sozialen Netzwerke erkannt und nutzen ihn für sich. Wer das Potenzial der sozialen Medien noch zu wenig für sich nutzt, sind KMU, also kleine und mittelständige Unternehmen.

Die größten sozialen Plattformen sind Facebook, Instagram und YouTube.

Facebook

Facebook verliert zwar an Größe, ist aber immer noch riesig. Vor allem ältere Zielgruppen können über die Plattform gut erreicht werden.

Neben dem Facebook-Feed sind vor allem Gruppen geeignet, sich rund um ein bestimmtes Thema auszutauschen und zu vernetzen.

Instagram

Laut dem Artikel auf HubSpot werden auf Instagram derzeit noch zu 79% Bilder und zu 21% Videos geteilt. Genau dazu habe ich kürzlich über einen Tweet von Adam Mosseri, dem Head of Instagram, geschrieben, in dem er ankündigte, dass Instagram ab Mitte/Ende 2021 verstärkt das Teilen und Konsumieren von Entertainment-orientierten Videos pushen wird.

Da gehe ich davon aus, dass sich diese Zahlen auf Instagram sehr bald in Richtung stärkere Videonutzung verschieben werden. Die stehen diesbezüglich bei Instagram sehr stark unter Zugzwang, weil denen ansonsten zu viele User zu TikTok abwandern.

YouTube

Auf der Videoplattform YouTube ist der Social-Networking-Gedanke nur eine Nebensache neben dem Konsumieren von Content. Es kommt dabei natürlich drauf an, welche Art von Kanal man betreibt. Die Produktion von YouTube-Content ist aufwändig – meiner Erfahrung nach sogar viel aufwändiger als auf anderen Plattformen. Aber gleichzeitig wird der Content auch länger konsumiert, weil YouTube u.a. eine Suchmaschine enthält und auch dauerhaft die Videos den Leuten in der Seitenleiste und auf der Startseite vorschlägt.

Wie ich Social-Media verwende

SEO vs. Social Media

Wie notwendig und sinnvoll ist es eigentlich, einen Blog über Soziale Medien zu promoten, wo man doch alleine über SEO sehr viel Traffic bekommen kann?

  • Fokus auf SEO
    Ich persönlich setze relativ stark auf SEO und eher weniger auf Soziale Netzwerke. Mir gefällt der Vorteil, dass die Besucher, wenn sie über SEO kommen, direkt auf meiner Website sind. Ich meine das so: Ich muss mir bei SEO nicht noch als Zwischenschritt eine Community in einem sozialen Netzwerk aufbauen. Der Traffic kommt direkt dort an, wo ich ihn gerne hätte.
    Der Nachteil von SEO ist, dass die Kommunikation komplett einseitig ist. Abgesehen von Analytics gibt es keinerlei Feedback von den Content-Konsumenten.
  • Facebook-Gruppen für Interaktionen und Content-Promotion
    Mein am häufigsten verwendetes soziales Netzwerk zum Promoten meines Blogs ist Facebook. Ich bin dort vor allem in Gruppen unterwegs, wo ich, wenn es passt, Content von meiner Seite verlinke. Außerdem ergeben sich über Facebook immer wieder Videokonferenzen, Challenges oder zum Beispiel Mastermind-Gruppen, in denen ich Leute persönlich kennenlerne und in dem Zuge immer wieder nach meinem Blog gefragt werde.

Meine Zielgruppe

Die Zielgruppe meines Blogs sind Business-Anwender, die Videos selbst erstellen (wollen), aber wo das Erstellen dieser Videos nicht das Kerngeschäft ist. Also zum Beispiel…

  • Einzelselbständige, die Videos für ihr eigenes Business erstellen (wollen)
    zB Trainer, Coaches und Berater, die Social Media Videos oder einen Videokurs erstellen wollen
  • Freelancer, die u.a. einfache Video-Dienstleistungen im Rahmen von Marketing für Kunden anbieten
  • Mitarbeiter von Unternehmen, die intern für Videoproduktion zuständig sind

Diese drei Zielgruppen sind ganz gut in Facebook vertreten. Vor allem in entsprechenden Gruppen stellen die Leute oft Fragen rund um Videos. Neben dem Beantworten solcher Fragen sind sie natürlich auch als Inspiration für Blogartikel sehr wertvoll.

Was ist mit YouTube?

Wenn man YouTube als soziales Netzwerk ansieht, dann ist es eines der größten. Ich selbst betreibe auch unter https://www.youtube.com/businessvideo einen eigenen Kanal für diese Seite. Bezüglich Blog-Promotion würde ich aber sagen: Die meisten Leute betreiben entweder einen YouTube-Kanal oder einen Blog, aber selten beides.

Es ist beides sehr aufwändig. Für das Erstellen eines Blog-Artikels brauche ich in etwa vier Stunden. Zum Erstellen eines YouTube-Videos ungefähr 15 Stunden (je nachdem, wieviel Arbeit man sich macht. Aber zum Erstellen der Videos, die so richtig gut ankommen, habe ich schon so lange gebraucht).

YouTube-SEO vs. Blog-SEO

Video-SEO auf YouTube und herkömmliches SEO für eine Website funktionieren relativ ähnlich. Auf YouTube muss man halt die Keywords im Video nennen oder im Video als Text einblenden oder im Titel oder in der Videobeschreibung verwenden.

Aber es gibt dennoch einen gewaltigen Unterschied.

  • Website-SEO
    In den Google-SERPs verfolgt Google das Ziel, den Usern die bestmöglichen Webseiten vorzuschlagen.
    Es gibt zwar schon eine Back-to-SERP-rate, die sich ungünstig auf Website-Rankings auswirkt, wenn die Leute zu schnell wieder zu Google zurückkehren und ihre Suche verfeinern oder gar andere Suchergebnisse anklicken. Aber letztendlich geht’s Google auch dabei nur darum, keinen Schrott, sondern nach Möglichkeit die beste Seite für die User vorzuschlagen.
    Wie sich die Leute letztendlich auf den Seiten verhalten, das interessiert Google nicht. Und dieser eine Punkt ist auf YouTube genau das Gegenteil.
  • YouTube-SEO
    Keywords, SEO, Klickraten – alles schön und gut. All diese Faktoren wirken sich auf die Rankings eines Videos aus. Aber es gibt eine Kennzahl, die übertrumpft alle anderen bei weitem: Die YouTube-Watchtime. Oder anders formuliert: Die Leute sollen so viel Zeit wie möglich auf der Plattform verbringen. Es geht dabei auch nicht darum, wie bei Google, den Leuten den bestmöglichen Content zu servieren. Sondern es geht darum, dass die Leute so viel Zeit wie möglich auf der Plattform verbringen. YouTube unterscheidet sich in dem Punkt nicht von anderen sozialen Netzwerken. Je mehr Zeit die Leute auf der Plattform verbringen, um so mehr Werbung kann der Betreiber den Leuten einblenden und um so mehr Geld verdient der Betreiber und um so weniger Zeit verbringen die Leute auf alternativen Plattformen.
    Ich habe dazu auch mal einen Test gemacht. Es gibt auf meinem Kanal ein Video mit dem Titel “Reflektor zusammenfalten (3 Methoden in 48s)”. Das Video löst das Problem der Zuschauer extrem schnell und effizient. Es gibt verschiedene Zufriedenheits-KPIs (zB Anzahl Likes pro Anzahl Views), nach denen das Video bei den Zuschauern extrem gut ankommt. Aber das alleine bringt YouTube leider nichts. Und weißt du was? Das Video hat keinerlei Rankings. Völlig hoffnungslos. So funktioniert es nicht.

Die Konsequenz für Kanal-Betreiber ist deshalb: Der Content muss unterhaltsam sein. SEO und Content-Marketing mache ich echt schon lange. Aber seit ich YouTube mache, habe ich angefangen, mich mit Dramaturgie und Storytelling zu befassen.

Community-Content vs. reinem SEO

Dann gibt es noch zweiten großen Unterschied zwischen YouTube-SEO und Website-SEO. Und zwar, ob der komplette Content für eine bestimmte Community (Bedarfsgruppe) erstellt wird oder nicht.

Bei einem Blog werden natürlich auch die Stammleser abgeschreckt, wenn die Themenvielfalt so groß ist, sodass für sie relativ viel irrelevanter Content erscheint. Aber auf einer Website, wo die Besucher direkt von Google auf Unterseiten landen, kann die Themenvielfalt relativ groß sein.

Auf YouTube bekommen die Abonnenten im besten Fall alle Videos vorgeschlagen. Es sollte aus dem Grund von Anfang an ein Kanalkonzept existieren, das eine Bedarfsgruppe definiert, um deren Bedürfnisse sich der Content dreht.
Die meisten machen das natürlich nicht so. Viele, die mit YouTube anfangen, wollen schnell viel Abonnenten bekommen und erstellen deshalb Videos zu populären Themen. Bezogen auf YouTube-SEO funktioniert das auch sehr gut. Das Problem ist allerdings, dass diese YouTuber damit keine starke Community aufbauen. Die Videos ranken zwar gut. Sie bringen auch über die YouTube-Suche dauerhaft neue Views und neue Abonnenten. Aber die bestehenden Abonnenten sehen sich die Videos nicht an. Und genau das ist schlecht für den Algorithmus. Denn dieser testet neue Videos als erstes bei den Abonnenten. Wenn die Videos dort gut ankommen, dann wird der Content ähnlichen Zuschauern vorgeschlagen, vom Prinzip ähnlich wie bei Lookalike-Audiences auf Facebook. Das Problem von Allerlei-Themen-Kanälen ist an dieser Stelle, dass der Algorithmus “denkt”: Wenn der Content schon bei den besten Fans nicht gut ankommt, dann schlage ich ihn besser keinen weiteren Leuten vor.

Ich denke, du hast das Problem verstanden, wenn man sich auf YouTube nicht auf eine bestimmte Bedarfsgruppe fokussiert. Ich persönlich habe das anfangs nicht gewusst und auch einfach drauf los Videos erstellt. Das SEO hat dabei hervorragend funktioniert und es gab viele Views und viele Abonnenten. Aber das Problem meines Kanals ist derzeit, dass die Abonnenten meine neuen Videos nicht feiern. Aus dem Grund arbeite ich gerade an einem Kanalkonzept. Ich sehe meinen Kanal noch nicht als so groß an, dass er nicht mehr zu retten wäre. Aber mit den zukünftigen Videos werden ich mich ganz klar an eine konkrete Bedarfsgruppe richten und bei dieser Bedarfsgruppe dann auch bleiben.
Manche YouTuber gehen sogar so weit, dass sie alte Videos löschen, wenn diese die “falschen Abonnenten” bringen. Ich werde es beobachten, wie sich die neuen Videos entwickeln und dann entscheiden, was ich mit den unpassenden Videos mache.

Blog promoten mit YouTube

Ich bin hierbei selbst noch im Aufbau. Den besten Weg, YouTube Abonnenten auf die eigene Website zu bekommen, sehe ich im Aufbau einer starken Community auf YouTube und dem gelegentlichen Promoten eines Freebies innerhalb der Videos (also quasi über E-Mail-Marketing).